Schützen stellen Raritäten aus

Haag, 12.09.2016

90. Jubiläum des Schützengaus Wasserburg-Haag

Gleichzeitig mit dem Haager Herbstfest zeigt der Schützengau Wasserburg-Haag zur Dokumentation seiner 90-jährigen Geschichte eine Ausstellung in der Haager Raiffeisenbank. Sie ist bis zum 4. Oktober im Rahmen der Geschäftszeiten offen. Heute fällt im Schützenhaus der Startschuss zum Volksfestschießen.

Text: Meindl Ludwig

Die Vielfalt der Objekte an acht Stellwänden, in drei liegenden und drei stehenden Vitrinen erläuterte Dritter Gauschützenmeister Helmut Schwarzenböck. Die Ausstellung beinhaltet das einzig erhaltene Volksfestplakat des großen Haager Festes von 1954, Medaillen und Pokale aus Bundesschießen und Waffen. Darunter sieht man Feuerstutzen mit handgeschnitzten Schäften und Goldeinlagen, Zimmerstutzen mit Ladesystemen wie Hinter- und Löffellader und Visierungen mit Perlkorn.

v.l.n.r.: Dr. Urlich Schwarz von den Haager Kraftwerken, Ehrengauschützenmeister Helmut Wagner, Bürgermeisterin und Schirmherrin Sissi Schätz und Raiffeisen-Vorstand Thomas Cestaro

„Wunderbar! Raritäten!“, schwärmte Ehrengauschützenmeister Toni Müller vom Gau Mühldorf. So etwas sehe man sonst nur im deutschen Schützenmuseum. „Positiv überrascht“ zeigte sich Bürgermeisterin Sissi Schätz. Es rentiere sich, diese „wertvollen Stücke“ zu betrachten. Die Ausstellung vermittle einen Überblick, ohne überladen zu sein. Ausstellung wie Jubiläumswochenende seien unter einem guten Stern gestanden, da sich die Schützen auch viel Mühe gemacht hätten. Herbstfest und Gaufest passten als heimatverbundene Traditionen gut zusammen.

Vorstand Thomas Cestaro unterstrich die Gemeinsamkeiten von Schützen und Genossenschaftsbank. Die „Raiffeisen“ Haag zähle 120 Jahre, der Gau 90, beide gelten als starke Verbände in ihrem Metier, beide kämpften stets mit erhöhten Auflagen und stünden unter Aufsicht, beide leisteten Jugendarbeit und legten Wert auf Mannschaftsgefühl und Disziplin.

Bezirksehrenschützenmeister Josef Niedermeier betonte die Freude, die Menschen seit 90 Jahren am Schützensport gefunden hätten. Dahinter stehe lobenswerte Zusammenarbeit: „Wir brauchen solche, die was tun.“ Von den ältesten Pokalen aus dem Jahr 1863 war Dr. Ulrich Schwarz von den Haager Kraftwerken begeistert: „Was die schon erlebt haben! Das ist lebendige Kultur.“

Die enge Verbindung der Schützen mit der Haager Geschichte unterstrich Geschichtsvereinsvorsitzender Gerhard Kramer. Sie seien aus dem Wehrbauernsystem hervorgegangen. Die Waffen wie die „edlen Zimmerstutzen“ und weiteren Raritäten sollten die Schützen eigentlich in einem eigenen Museum das ganze Jahr über zeigen und sich dafür geeignete Räume suchen.

Volksfestschießen für jedermann

An eine alte Tradition knüpft der Gau mit dem Volksfestschießen an. Hinweise dafür gibt es schon für eine Austragung Ende des 19. Jahrhunderts. Wieder aufgenommen wurde es in der Nachkriegszeit vom Volksfest 1954 im eigenen Schützenzelt. Anlässlich des 90. Gaujubiläums ist nun die Bevölkerung ins Schützenhaus an die Wasserburger Straße am heutigen Montag sowie am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr zum Schießen geladen. Für fünf Euro Startgebühr gibt man fünf Schuss auf die Volksfestscheibe und zehn Schuss auf die Sachpreise ab. „Teilnahmeberechtigt ist jeder“, so Florian Schwarzenböck, der die Ausschreibung für das Volksfestschießen erstellt hat.

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